Shaping the future of animal health
Deutschland

Maternale Antikörper

Antikörper, die über die Muttermilch in den ersten Stunden nach der Geburt auf die Welpen übertragen werden, nennt man maternale Antikörper. Die neugeborenen Welpen brauchen diese Antikörper, um einen guten Schutz vor Infektionen in den ersten Lebenswochen zu bekommen.

Wie andere Proteine werden auch diese Antikörper abgebaut und haben damit eine bestimmte Halbwertszeit. Je nach der aufgenommenen Menge der Antikörper sind diese bei den Welpen ungefähr zwischen der achten und 16. Lebenswoche soweit abgebaut, dass ihre Menge für einen Schutz vor einer Infektion nicht mehr ausreicht.

Andererseits weiß man aber auch, dass diese mütterlichen Antikörper die Wirkung einer Impfung einschränken oder sogar ganz aufheben können. Da mit einer Impfung weniger Antigene verabreicht werden, als bei einer Infektion in das Tier gelangen und diese Antigene auch abgeschwächt sind, reicht für den Störeffekt bei der Impfung eine geringere Menge noch vorhandener maternaler Antikörper aus, als nötig ist, einen Schutz vor einer Infektion zu ermöglichen. Durch den Abbau der Antikörper im Welpen geht also der Schutz vor einer Infektion früher verloren als der einschränkende Effekt auf die Impfung. Man spricht hier von der immunologischen Lücke.

Eine Messung der noch vorhandenen maternalen Antikörper im Welpen zur Bestimmung des optimalen Impfzeitpunktes ist wenig praktikabel. Dieses allein ist der Grund für die Mehrfachimpfung der Welpen im Rahmen der Grundimmunisierung: Mindestens eine dieser Impfungen soll einen optimalen Erfolg erzielen.