Shaping the future of animal health
Deutschland

Anforderungen an das Einzeltier


Der Behandlungserfolg von Mastitiden wird nachhaltig durch die Gesamtsituation des zu behandelnden Tieres und seiner Euterinfektion bestimmt. Die Erfolgsaussichten einer Therapie sind umso höher, je kürzer der Zeitabstand zwischen Erkrankungsbeginn und antibiotischer Behandlung ist. Dies gilt für klinische Euterentzündungen (Flocken etc.), aber auch für subklinische Mastitiden. Bereits eine Verzögerung des Therapiebeginns um eine Melkzeit kann die Heilungsraten deutlich verschlechtern. Aus diesem Grund ist die sofortige Therapie von Eutererkrankungen in der Laktation - trotz des Milchverlustes - auch unter ökonomischen Gesichtspunkten sinnvoll.

Grundsätzlich muss immer überlegt werden, ob eine Euterentzündung bzw. das zu behandelnde Tier noch therapiewürdig ist. lnsbesondere bei lnfektionen mit kuhassoziierten Mastitiserregern sinkt von Therapie zu Therapie die Wahrscheinlichkeit einer endgültigen Ausheilung. Mandarinengroße Knoten im Milchdrüsengewebe oder hohe Zellzahlen (> 1 Mio.) im Einzelgemelk über mehrere Monate in der Milchleistungsprüfung führen ebenfalls zur Diagnose: Therapieunwürdige Mastitis. Tabelle 2 stellt Kriterien der Merzung auf.
 


Kriterien für die Merzung von mastitiskranken Kühen
 

 

  • Anzahl der Vorerkrankungen (>2 i.d. Laktation)
     
  • Anzahl betroffener Viertel (> 2) - S. aureus
     
  • Zellzahl der MLP (> 1 Mio über mehrere Monate)
     
  • Knoten im Drüsengewebe (> Mandarine) - S. aureus
     
  • Alter der lnfektion
     
  • Diagnose eindeutig?

 

Tabelle 2: Kriterien für die Merzung von mastitiskranken Kühen
 

Anforderungen an Mastitispräparate


Die Behandlung von an Mastitis erkrankten Tieren mit einem Antibiotikum fordert von modernen Arzneimittel folgende Eigenschaften:

  • relevantes Wirkspektrum
     
  • schnelle Diffusion in das Eutergewebe
     
  • hohe und ausreichend lang anhaltende Wirkstoffspiegel
     
  • gute Gewebeverträglichkeit
     
  • kurze Wartezeit


Der deutsche Veterinärmarkt für Mastitisprodukte zur Anwendung im Euter wird zunehmend dominiert von Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine.
Am Beispiel des zuletzt zugelassenen Mastitisinjektors aus dieser Gruppe lassen sich einige wichtige pharmakologische Parameter verdeutlichen. Bei dem Produkt handelt es sich um Rilexine 200 LC der Firma Virbac Tierarzneimittel.
Der verwendete Wirkstoff Cephalexin besitzt ein breites Wirkspektrum insbesondere gegenüber grampositiven Erregern, den am häufigsten beiklinischen Euterentzündungen isolierten Erregern.
Damit die aktive Komponente eines Mastitispräparates auch in weit von der Zitzenbasis entfernte Gewebebezirke des Euters gelangt, muss der zur Anwendung kommende Wirkstoff verschiedene chemische Eigenschaften erfüllen, um eine rasche und größtmögliche Verteilung im Euter zu ermöglichen.
Nur Antibiotika mit einer geringen Proteinbindung, einem hohen Anteil an nicht ionisierten (ungeladenen) Molekülen und einer hohen Fettlöslichkeit (Lipidlöslichkeit) sind in der Lage, Gewebemembranen zu durchdringen und auch tief im Euter gelegene lnfektionserreger zu erreichen. ln der Tabelle 3 ist ein Vergleich verschiedener Antibiotika aufgeführt, der den Einfluss auf die Diffusionsgeschwindigkeit im Euter verdeutlicht.
 

Diffusionsgeschwindigkeit-M.png

Tabelle 3

 

Das laut Zulassung geforderte Behandlungsregime des Virbac-Cephalexin-Produktes mit Applikation von vier lnjektoren über 2 Tage ermöglicht lang anhaltende Wirkstoffspiegel. Resistenzentwicklungen und Rückfälle durch nicht vollständig abgetötete Erreger werden so vorgebeugt.
Aus wirtschaftlicher Sicht interessant, besitzt das Virbac-Cephalexin-Produkt mit nur 3 Tagen Wartezeit für die Milch, die kürzeste Wartezeit von allen derzeit zur intramammären Anwendung zugelassenen Cephalosporin Präparaten.
Abschließend sei noch die als Service mitgelieferte Sicherheitsbanderole erwähnt, die eine eindeutige Kennzeichnung der behandelten Tiere ermöglicht, sowie eine Kontrolle des Behandlungsregimes und der Wartezeit. Ein wesentlicher Faktor zur Verunreinigung der Milch mit Hemmstoffen kann so wirkungsvoll ausgeschaltet werden.
 

Sicherheitsbanderole-Virbac.png

 

Zusammenfassung


Die erfolgreiche Behandlung von Euterentzündungen setzt ein Betriebsmanagement voraus, dass systematisch die Minderung von abwehrschwächenden Faktoren angeht. Die regelmäßige Untersuchung von Viertelanfangsgemelksproben aus dem Betrieb (z.B. 1 x jährlich 30 % aller Viertel) ermöglicht über die Feststellung betriebsspezifischer Leitkeime nicht nur die Auswahl der richtigen Präparate, sondern auch die Einleitung der wesentlichen Maßnahmen zur Vorbeuge weiterer lnfektionen. Mit Hilfe einer sorgfältigen Dokumentation von Mastitisfällen können bessere Aussagen zur Therapiewürdigkeit des Tieres gemacht werden. Auf der Basis dieser Informationen kann ihr Tierarzt das optimale Arzneimittel auswählen. Erst wenn all diese Aspekte so zielgerichtet ineinander greifen, können zufriedenstellende Heilungsraten erwartet werden.


Wenn Sie mehr lnformationen wünschen, schreiben Sie uns an info@kamlage.de oder besuchen Sie uns im lnternet unter www.Tier-Vital.de