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Deutschland

Zweite Eisengabe lohnt

Abhilfe schaffen kann eine zweite Eisengabe an die Ferkel, wie eine Studie zum Nutzen einer zusätzlichen Injektion belegt. So führte die Applikation von 200 mg Eisen (Uniferon 200) am 20. Lebenstag in einem Betrieb mit 28-tägiger Säugezeit zu einem Anstieg der Hämoglobinkonzentrationen sowie der Gewichtszunahmen (siehe Grafik „Mehr Eisen – höhere Zunahmen“). Letztere lagen bei den zusätzlich mit Eisen versorgten Ferkeln während der Flatdeckperiode um 19 g pro Tag höher im Vergleich zur nur einmalig standardversorgten Kontrollgruppe. Dies gilt sogar, obwohl die Ferkel der Kontroll- und Versuchsgruppe am Tag 20 mit einem Hämoglobinwert von 116 g/l definitionsgemäß im Mittel keine Eisenlücke aufwiesen. Im Besonderen fiel auf, dass die zweimalig mit Eisen versorgten Ferkel nicht nur im Mittel einen signifikant höheren Hämoglobinwert aufwiesen, sondern dass vor allem die Einzeltierwerte sehr viel näher zusammenlagen. Ein gleichmäßig hoher Hämoglobinspiegel der Tiere in der frühen Absetzphase spielt vor allem für eine einheitlichere immunologische Abwehrlage innerhalb von Ferkelgruppen im Flatdeck eine wichtige Rolle. In der nur einmalig versorgten Kontrollgruppe spreizten sich die Einzelhämoglobinwerte sehr stark auf. Eine solche Inhomogenität lässt Ferkelgruppen in der Folge auseinanderwachsen. Vor allem aber ist zu erwarten, dass solche Gruppen uneinheitlicher auf Impfmaßnahmen vor dem Absetzen, wie gegen PRRS oder PCV2, reagieren. Bereits in früheren Untersuchungen hat sich gezeigt, dass ein Eisenmangel über herabgesetzte Hämoglobinwerte nicht nur das rote Blutbild (Erythrozyten) negativ beeinflusst, sondern auch die Anzahl und Funktion der ebenfalls im Knochenmark produzierten weißen Blutkörperchen (Leukozyten) reduziert. Vor allem die für die Antikörperantwort verantwortlichen B-Lymphozyten der Ferkel sind von einem Eisenmangel betroffen. Ein unterschiedlicher Impferfolg von Betrieb zu Betrieb oder auch zwischen den Würfen einer Herde mit seinen Konsequenzen für Flatdeck und Mast ist angesichts der sich zum Impfzeitpunkt in der zweiten bis dritten Lebenswoche ausbildenden Eisenlücke bei nur einmaliger Eisengabe nicht ausgeschlossen.

                                                        Mehr Eisen-höhere Zunahme.PNG