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Eperythrozoonose
 


Eperythrozoonose nicht unterschätzen


Die durch Mycoplasma suis verursachte porcine Eperythrozoonose (PE) ist eine weltweit verbreitete Faktorenkrankheit beim Schwein. Hier erfahren Sie mehr über die Verbreitung der Erkrankung und die Möglichkeiten zur Diagnostik.

Blasse Schweine, schlecht durchblutete Gliedmaßen oder Ohrrandnekrosen können aufgrund  einer Infektion mit dem Bakterium Mycoplasma suis (M. suis) hervorgerufen werden. Dadurch kommt es zur porcinen Eperythrozoonose (PE), die in zahlreichen Schweinebeständen auftritt. Meist verläuft die Erkrankung latent, das heißt unterschwellig ohne gravierende beziehungsweise ohne sehr deutliche Symptome. Als Hauptübertragungsweg für M. suis gilt die Infektion aufgrund mangelnder Hygiene bei zootechnischen Eingriffen, zum Beispiel durch verschmutzte, kontaminierte Injektionskanülen, Instrumente, Oberkieferschlingen u.A.

Welche Schweine sind betroffen?

M. suis ist ein Erreger, der sich an der Oberfläche der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) anheftet und diese dadurch deformiert und schädigt. Als Folge kommt es zu Durchblutungsstörungen in den weiter entfernten Körperteilen und bei längerem Andauern schließlich zu Nekrosen.
Die PE kann bei Schweinen aller Altersgruppen auftreten und verläuft in der Regel subklinisch. Begünstigend auf den Ausbruch der Erkrankung wirken Stressfaktoren wie Umstallen, Absetzen sowie schlechte Haltungs- und Fütterungsbedingungen. Der akute Krankheitsverlauf ist geprägt von Blässe und rot-bläulichen Verfärbungen der Haut, vor allem an den Extremitäten und an den Ohrrändern, und der Schleimhäute bis zur Ausbildung von Ohrrandnekrosen. Außerdem treten Fieber bis 42 °C und in seltenen Fällen Ikterus, das heißt Gelbsucht, auf. Von ökonomischer Bedeutung fur die Schweinehaltung ist vor allem die chronische Infektion, die mit Wachstumsstörungen bei Mastschweinen, verlängerten Aufzucht- und Mastzeiten, Fruchtbarkeitsstörungen sowie einer gesteigerten Anfälligkeit gegenüber infektiösen Erregern der Atemwege und des Verdauungstrakts einher geht.
Eine M. suis-Infektion kann trotz Auslösung einer starken Immunantwort und auch nach antibiotischer Behandlung jahrelang ohne Symptomatik in Trägertieren fortdauern, das heißt persistieren, und unter Stressbedingungen jederzeit eine akute Erkrankung hervorrufen. Die Trägertiere sind daher von großer Bedeutung fur die Epidemiologie und für die Bekämpfung der porcinen Eperythrozoonose.
Der diagnostische Nachweis einer M.-suis-Infektion gestaltet sich schwierig, da man das Bakterium nicht anzüchten kann. Zur Diagnosestellung können unter anderem das klinische Bild, die hämatologischen Veränderungen, der mikroskopische Erregernachweis, blutserologische Nachweisverfahren, sowie molekularbiologische Untersuchungen mittels PCR herangezogen werden. Die Real-Time-PCR erlaubt den sicheren quantitativen Nachweis von M. suis und gibt Aufschluss über das Vorliegen des Erregers im Schweinebestand. Eine klinische Verdachtsdiagnose durch den bestandsbetreuenden Tierarzt lässt sich nur während eines akuten Anfalls anhand von Blutarmut (Anämie), Fieber, bläulich-roten Ohrrändern und/oder Extremitäten sowie Apathie der Tiere stellen und kann durch gleichzeitig auftretende Sekundärinfektionen erschwert werden. Vergleichsstudien der Klinik für Schweine der Ludwig-Maximilians-Universität München in Oberschleißheim haben gezeigt, dass sich für die Diagnose der PE bei klinisch auffälligen Tieren eine Kombination aus direktem Erregernachweis und PCR empfiehlt. Serologische und molekularbiologische Untersuchungen sollten bei persistent infizierten Tieren durchgeführt werden.

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Sonderdruck aus dem
dlz agrarmagazin/primus
Heft 1/2009
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