Shaping the future of animal health
Deutschland

Veränderung des Blutbildes


Der Vergleich der hämatologischen und der klinisch-chemischen Parameter (Blutwerte) von mit M.suis infizierten und nicht infizierten Tieren erbrachte zum Teil erhebliche Unterschiede. Schweine, die in der PCR-Untersuchung ein positives Ergebnis aufwiesen (siehe Grafik unten), besaßen eine signifikant niedrigere Anzahl an roten Blutkörperchen, den Erythrozyten, als Tiere mit negativem Ergebnis. Es ließ sich außerdem ein Zusammenhang zwischen der Erregermenge pro Milliliter Blut und dem Schweregrad der Blutarmut, der Anämie, erkennen. Die Anzahl der roten Blutkörperchen nahm mit steigender Menge von M. suis im Blut deutlich ab. Bei M. suis-infizierten Schweinen waren zudem die Hämoglobinkonzentrationen (roter Blutfarbstoff) und die Hämatokritwerte (Anteil der roten Blutkörperchen im Blut) signifikant niedriger als bei gesunden Tieren. Je höher die Erregermenge war, desto stärker sanken der Hämoglobingehalt und der Hämatokrit ab. Aufgrund des meist klinisch nicht sichtbaren Verlaufs der Erkrankung und der Probleme bei der Diagnosestellung ist davon auszugehen, dass die PE wesentlich weiter verbreitet ist, als sie tatsächlich diagnostiziert wird.

Hinsichtlich der untersuchten Verbreitung des Erregers M. suis in Deutschland konnten, wie in den Abbildungen ersichtlich, Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern gezeigt werden. Insgesamt war jedoch eine flächendeckende Verbreitung von M.suis in Deutschland zu erkennen.


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Möglichkeiten zur Therapie und Vorbeuge


Zur Therapie der porcinen Eperythrozoonose eignen sich Tetracylinpräparate. Diese können oral über das Futter oder bei akut erkrankten Tieren parenteral, z.B. durch Injektion verabreicht werden. Diese Behandlung bietet nur während der Dauer der Applikation einen gewissen Schutz vor dem Ausbruch eines akuten Krankheitsanfalls, eine Eliminierung des Erregers ist damit allerdings nicht zu erreichen.
Zunehmend wird aus der tierärztlichen Praxis auch von Erfolgen mit dem Einsatz von Präparaten mit dem Wirkstoff Doxycyclin berichtet. Dort, wo Tetracyline nicht mehr wirken, scheint Doxycyclin demnach für die Therapie ebenfalls geeignet zu sein. Diese Form der Behandlung wurde bisher allerdings an der Klinik für Schweine noch nicht untersucht, weshalb eine Aussage seitens der Wissenschaft zu diesem Wirkstoff noch nicht zu treffen ist. Hier besteht sicherlich noch weiterer Forschungsbedarf, um ein gezieltes, erfolgreiches Vorgehen gegen PE und M. suis zu ermöglichen. Im Bereich der Vorbeuge sollten mehrere Maßnahmen beachtet werden, damit es innerbetrieblich nicht zu einer Verbreitung des Infektionsgeschehens kommt. In infizierten Beständen ist, um eine weitere Übertragung zu verhindern, direkter wie indirekter Blutkontakt bei den Schweinen unbedingt zu vermeiden. So sollte eine orale Aufnahme von Blut und Blutbestandteilen durch Besaugen von Kupierwunden an den Schwänzen, bei Kannibalismus oder durch Aufnahme von mit Blut kontaminierter Einstreu verhindert werden.

Um die indirekte Übertragung des Erregers über verschmutzte oder kontaminierte Injektionskanülen, kontaminiertes Operationsbesteck bei zootechnischen Eingriffen wie Kastrieren oder Schwänze kupieren, oder über mit M. suis behaftete Oberkieferschlingen zu vermeiden, sollten die ieweiligen Instrumente mindestens nach jedem Wurf beziehungsweise nach jeder Sau gereinigt und sterilisiert werden. Darüber hinaus muss eine gründliche Ektoparasitenbekämpfung gegen Läuse und Räudemilben erfolgen. Um die innerbetriebliche Prophylaxe zu verbessern, sollte zudem das gesamte Hygienemanagement kritisch hinterfragt und gegebenenfalls optimiert werden.


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