Shaping the future of animal health
Deutschland

Weite Verbreitung in deutschen Beständen


Da in der Literatur unterschiedliche Angaben über die Verbreitung von M. suis bestehen, wurde in eigenen Untersuchungen der Klinik für Schweine in Oberschleißheim das Vorkommen von M. suis in Deutschland mittels Real-Time-PCR bestimmt. Des Weiteren wurden die Nachweisverfahren Real-Time-PCR und mikroskopischer Erregernachweis miteinander verglichen.
Insgesamt wurden an einem Schlachthof von 1176 Schweinen Blutproben entnommen. Die Proben stammten aus 196 verschiedenen Betrieben. Aus den jeweiligen Beständen erfolgte eine Blutentnahme bei den ersten sechs Tieren, die am Schlachtband angeliefert wurden. Bei der Auswahl der Schweine achteten die Wissenschaftler darauf, dass die Tiere ein Gewicht zwischen 20 bis 30 kg aufwiesen.
Die Tiere, die zum Schlachthof kamen, stammten aus verschiedenen Teilen Deutschlands (siehe Grafik). Die Bundesländer Bremen, Berlin, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Saarland wurden aufgrund der dort vorhandenen geringen Schweineproduktion bereits im Vorfeld von den Untersuchungen ausgeschlossen.
 

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Im Verlauf der Untersuchung stellte sich heraus, dass aus den Bundesländern Brandenburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern keine Tiere, beziehungsweise nur eine für die Untersuchung ungenügende Anzahl geschlachtet wurden. Die Proben aus diesen drei Bundesländern wurden aufgrund der zu geringen und daher nicht repräsentativen Probenanzahl statistisch nicht ausgewertet und von dem Probenschema ausgeschlossen. Zur Erfassung der Verteilung von M. suis in Deutschland wurde die quantitative Real-Time-PCR als Nachweisverfahren gewählt. Diese fand am Institut für Veterinärbakteriologie der Vetsuisse Fakultät der Universität Zürich statt. Zur Bestätigung der PCR-Ergebnisse wurden alle Proben, die beim ersten PCR-Durchlauf positiv waren, ein zweites Mal getestet. Die gleiche Anzahl an Proben mit negativem Ergebnis wurde zum Nachweis eventuell vorhandener PCR-Hemmer mit der Positivkontrolle versetzt und erneut ausgewertet.
 

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Von allen 1176 Blutproben wurden außerdem charakteristische Blutwerte wie die Erythrozytenzahl, der Hämoglobinwert, der Hämatokrit sowie andere wichtige Parameter bestimmt. Von den 1176 untersuchten Blutproben wiesen 164 (13,9 Prozent) ein positives Ergebnis in der Real-Time-PCR auf. In Bayern (20 Prozent) konnte die höchste, in Sachsen-Anhalt (10,5 Prozent) hingegen die niedrigste Anzahl an mit M. suis infizierten Tieren ermittelt werden. Von den 196 Herkunftsbetrieben waren 80 Betriebe (40,8 Prozent) positiv (siehe Grafik). Die höchste Dichte an positiven Beständen konnte in Niedersachsen (48 Prozent), die niedrigste Dichte (33,3 Prozent) in Sachsen beobachtet werden. Der Prozentsatz an infizierten Schweinen innerhalb der positiven Betriebe variierte zwischen 25 Prozent und 46,2 Prozent.
 

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Eingrenzung in der Praxis oft schwierig


Die Eperythrozoonose bei Schweinen ist zwar längst nicht so in aller Munde wie andere bedeutende Schweineerkrankungen. Doch in betroffenen Betrieben kann sie zu erheblichen ökonomischen Einbußen führen. Erfahrungen aus der tierärztlichen Bestandsbetreuung zufolge ist die Eperythrozoonose ein durchaus ernst zu nehmendes Problem.
ln den betroffenen Beständen werden zum Beispiel Schweine beobachtet, die sehr blass sind, die im Wachstum zurückbleiben oder sogar kümmern und deren Ohrränder verfärbt sind. Allerdings ist eine klare Abgrenzung des Krankheitsgeschehens häufig schwierig, da es sich um eine klassische Faktorenkrankheit handelt.
Begünstigend für eine lnfektion sind daher auch zahlreiche Umwelt-, Haltungs- und Hygienebedingungen. Mängel in diesen Bereichen können zu einer Verbreitung der lnfektion im Bestand und somit zu gravierenden Problemen führen.
Um Mycoplasma suis auf die Spur zu kommen, sollte neben der klinischen Beurteilung der Schweine eine umfassende Labordiagnostik erfolgen. Diese dient auch der Abgrenzung von möglichen anderen lnfektionen.