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Deutschland

Diagnostisch absichern


Die Erfahrungen zeigen, dass bei blutserologischen Untersuchungen auf Leptospirose nicht nur auf die ,,klassischen" Schweine-Leptospiren wie L. pomona untersucht werden sollte. Das Serovar L. bratislava wird noch viel zu oft in seinen krankmachenden Eigenschaften unterschätzt. Es erzeugt meist nur vergleichsweise niedrige Antikörperspiegel. Die Titerhöhe hat aber keine Aussagekraft für das Ausmaß klinischer Probleme in solchen Fällen.
Es ist ratsam, sich bei klinischem Verdacht auf Leptospirose von negativen Blutprobenergebnissen nicht irritieren zu lassen und eine zweite Probennahme von denselben Tieren nach weiteren 14 Tagen vorzunehmen. Hintergrund ist die Tatsache, dass ein Antikörperanstieg erst 10 bis 14 Tage nach der Infektion zu erwarten ist und der genaue Infektionszeitpunkt in der Regel nicht bekannt ist. L.-bratislava ist in deutschen Sauenbeständen die am häufigsten anzutreffende Leptospiren-Art. Entgegen weit verbreiteter Meinung haben Datenauswertungen von Untersuchungsmaterial des IVD in Hannover zeigen können, dass Betriebe mit Fruchtbarkeitsstörungen doppelt so häufig L.-bratislava-Antikötper aufweisen als klinisch unauffällige Betriebe (siehe Tabelle ,,Leptospiren weit verbreitet").


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